- TRANSHUMANISMUS
Dystopische Aussichten
Marc-Uwe Klings QualityLand
Dr. Jens Walter
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Peter Arbeitsloser lebt in der Zukunft und ist Maschinenverschrotter. Seine
intelligente Tür kündigt ihm die Besucher an und sein QualityPad bestellt bei
"TheShop", was er gerne hätte -- noch bevor er überhaupt weiß, was er
gerne hätte.
In dieser Zukunft bestimmen nicht die Menschen ihr Leben, sondern ihre Profile
im Internet. Die passenden Partner findet "QualityPartner" -- und ein
Account schadet auch nicht, wenn man bereits einen Partner oder eine Partnerin
hat: Es könnte immer einen besseren geben. Ab und an geht Peter mit Freunden,
die sein QualityPad ausgesucht hat, in ein Restaurant, das sein QualityPad
ausgesucht hat, zum Essen. Natürlich hat das QualityPad Peters Lieblingsessen
-- unter Berücksichtigung seiner finanziellen Möglichkeiten -- schon im Voraus
bestellt.
Dumm, wenn in einer solchen Welt ein Fehler auftritt. Peter bekommt einen
rosafarbenen Delphin-Vibrator und will ihn unbedingt zurückgeben. Doch dann
hätte "The Shop" sich ja getäuscht -- und das passt politisch nun gar
nicht in diese Welt.
Peter beginnt das System zu durchschauen, so wie auch Kiki und der Alte, die
ihm helfen. Er findet aber auch nützliche Helfer bei den Maschinen, die er vor
der Verschrottung bewahrt hat. Dieses Schicksal sollte sie erteilen, da die Konsumschutzgesetze
eine Reparatur verbieten und sie starke "psychische" Störungen haben:
ein Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung, eine Drohne mit
Höhenangst und ein selbstlernendes QualityPad, das die Känguru-Chroniken
gelesen hat.
Und dann gibt es noch den Roboter, der in den Wahlkampf eintritt, um Präsident
zu werden, denn "Maschinen machen keine Fehler".
In dieser bitterbösen Satire, die besonders als vom Autor selbst gelesenes
Hörbuch zu empfehlend ist, sind die Parallelen von "Everybody",
"TheShop" und "QualityPartner" zu den derzeitigen
Internet-Giganten nicht zufällig. Die Extrapolation der gegenwärtigen
Entwicklung hin zu einer Verschmelzung der Menschen mit dem Internet -- ganz im
Sinne des Transhumanismus -- scheint nicht einmal übertrieben. Neben dem Spass
und der Gesellschaftskritik gibt es auch interessante philosophische Ausflüge,
z.B. in eine Welt, in der das digitale System mit zwei Zuständen vom unitären
System abgelöst wird, das nur noch einen Zustand kennt: "OK"
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