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- STAATSVERSTAENDNIS
Desorientierung der Linken und ihre Ursache
Die Corona-Legende demontiert bisherige Vorstellungen vom Staat
Christfried Lenz
 | | „plötzlich haben ... zahlreiche Linke eine über-
steigerte Staatsliebe entwickelt"
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In einem Gastbeitrag auf dem
Onlinemagazin reitschuster.de schrieb Elino Ernst (Pseudonym) am 22. April 2021
unter dem Titel „Ins Gegenteil verkehrte Gewissheiten", die „Corona-Krise löst
die liberale Vorstellung vom Staat auf". E.E. konstatiert das, was für die
Öffentlichkeit augenfällig ist: „plötzlich haben ... zahlreiche Linke eine übersteigerte Staatsliebe
entwickelt". Ein dankenswerter Artikel mit interessanten Analysen -
anregend zum Weitererklären und Weiterführen! Die
totale Desorientierung der „Linken" - man muss sie in Anführungszeichen setzen,
denn die Kategorien „rechts" und „links" gibt es heute im Prinzip nicht mehr -
hat eine ziemlich klare historische Ursache .Die Begrifflichkeit „rechts -
links" stammt bekanntlich aus der Phase des Klassenkampfes des 19.
Jahrhunderts. Die Vertreter der Arbeiterbewegung setzten sich im Parlament auf
die linke Seite, die Vertreter der Bourgeoisie auf die rechte. Die
gegensätzlichen Interessen von Arbeiterklasse und Bourgeoisie stellten den
grundlegenden gesellschaftlichen Widerspruch dar, der das gesamte politische
Geschehen im Großen und Ganzen hervortrieb.
In der Sowjetunion und einer ganzen Reihe weiterer Länder entwickelte sich der
Klassenkampf so weit, dass der bürgerliche Parlamentarismus von einer
Staatsform abgelöst wurde, in der die arbeitende Bevölkerung die Gesellschaft
prägen und führen sollte. Der Kampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie kam
damit auf die internationale Ebene. Der Konflikt zwischen dem kapitalistischen
Lager, geführt von der Supermacht USA und dem sozialistischen Lager, geführt
von der Supermacht SU, prägte während mehr als 70 Jahren des 20. Jahrhunderts
die Weltgeschichte.
Er endete mit der Niederlage der Arbeiterbewegung. Um ganz kurz die Ursache
anzudeuten: Die sozialistischen Staaten übernahmen die vom Kapitalismus
entwickelte industrielle Produktionstechnik. Eine tatsächliche Änderung der
Gesellschaftsstruktur ist aber nur dadurch möglich, dass sich an der
Produktionsweise, am Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur, etwas
Grundlegendes ändert. Da die Arbeiterstaaten das nicht erkannten und nicht
anstrebten, verkam der ganze „Klassenkampf" zu einem wirtschaftlichen
Wettstreit zwischen dem kapitalistischen und dem sozialistischen „System". Dass
auf diesem Terrain die „kapitalistischen" Kapitalisten sich als den
„sozialistischen" Kapitalisten überlegen herausstellten, kann kaum verwundern.
Gorbatschow besiegelte die Niederlage und legte der anderen Supermacht die
Weltherrschaft vor die Füße.
Damit ist der Klassenkampf als der die Weltgeschichte prägende grundlegende
Konflikt beendet, wodurch auch die Kategorien „rechts und links" ihre ehemalige
Bedeutung verlieren. Zwar gibt es in allen
Ländern, vor allem den Schwellen- und Entwicklungsländern, auf deren extremer
Ausbeutung der relativ hohe Lebensstandard der Bevölkerungen der „1. Welt"
beruht, weiterhin jede Menge soziale Spannungen und Kämpfe. Diesen übergeordnet
ist aber der auf der globalen Ebene angesiedelte Konflikt zwischen dem auf eine
bloße Clique ultimativ konzentrierten
Kapital auf der einen und der ganzen Menschheit auf der anderen Seite.
Aus diesem grundsätzlichen Wandel des globalen Gesellschaftsgefüges hat die
Linke bislang keine Konsequenzen gezogen. Sie bemüht sich wie eh und je, etwas
„sozialer" als die SPD zu sein, das ist alles. Ihre ehemalige Bezugsgröße, das
kampffähige Proletariat, ist weggebrochen. Die heutigen Verteilungskämpfe in
den Industriestaaten sind von der früheren gesellschaftspolitischen Bedeutung
weit entfernt. In den Drittweltländern, mit der dortigen absoluten Verelendung,
geht es ums nackte Überleben. Stringente Organisationen, wie sie in der
europäischen Arbeiterbewegung mit Unterstützung durch den von Marx und Engels
entwickelten „Wissenschaftlichen Sozialismus" entstanden, dürften dort
illusorisch sein - zumal das heutige globalisierte Kapital ein weitaus
mächtigerer und raffinierterer Gegner ist als das nationale Kapital, mit dem es
die europäische Arbeiterbewegung zu tun hatte. Die derart veränderte Welt führt
bei den Linken zu fortschreitender Orientierungslosigkeit. Bis vor einiger Zeit
war in ihren Überzeugungen noch ein fernes Echo der Arbeiterbewegung
wahrnehmbar gewesen: der bürgerliche Staat als „Agentur des Kapitals", die
bürgerliche Regierung als dessen „geschäftsführender Ausschuss". - Heute trauen
sie dieser Agentur zu, statt vom Streben nach mehr Unterdrückung und Ausbeutung
plötzlich von einer schier herzrührenden Besorgnis um die Gesundheit der
Bevölkerung erfasst worden zu sein. E.E. zeigt dies an der bedingungslosen
Befolgung und Unterstützung der Corona-Maßnahmen durch die Linken treffend auf.
Ära des Klassenkampfes: sozialer Konflikt zwischen zwei Klassen - Heute: existenzieller Konflikt zwischen dem globalisierten Kapital und der
ganzen Menschheit
Der Konflikt in der Phase des Klassenkampfes war sozialer Art. Er
entzündete sich an der unzulänglichen Beteiligung der arbeitenden Bevölkerung
am gesamtgesellschaftlich erzeugten Reichtum.
Obwohl sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Umwelt im Vergleich zu heute
noch in einem weitgehend paradiesischen Zustand befand, fiel Marx bei der
Betrachtung der kapitalistischen Landwirtschaft in den USA bereits auf, dass um
des schnellen Profits willen die nachhaltige Bodenfruchtbarkeit geschädigt
wurde. Er formulierte: „Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die
Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie
zugleich die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde und den
Arbeiter." (Kapital Bd. I, MEW 23, S. 528-530). An anderer Stelle (Deutsche
Ideologie, MEW 3, S. 69) schlussfolgert er: „In der Entwicklung der
Produktivkräfte tritt eine Stufe ein, auf welcher Produktionskräfte und Verkehrsmittel
hervorgerufen werden, welche unter den bestehenden Verhältnissen nur Unheil
anrichten, welche keine Produktionskräfte mehr sind, sondern
Destruktionskräfte".
Diese Voraussage ist inzwischen eingetroffen. Seit den 1970er Jahren hat die
durch die profitorientierte Wirtschaftsweise verursachte Umweltschädigung ein
solches Ausmaß erreicht, dass relevante Teile der Menschheit erkennen: nicht
nur die Qualität ihres Lebens, sondern das Leben selbst wird dadurch bedroht.
Von der Zerstörung der Erde, von der Zerstörung der natürlichen
Lebensgrundlagen ist nicht nur eine Klasse betroffen, sondern die gesamte
Menschheit. Die Lösung liegt daher nicht im altbekannten Klassenkampf, sondern
darin, dass sich die Menschheit einer Wirtschafts- und Existenzweise zuwendet,
die Harmonie zwischen den Menschen und den anderen Lebensformen des Planeten
und dessen Ressourcen ermöglicht.
Die Dringlichkeit hierzu hat sich zugespitzt, seit nach dem Zusammenbruch der
Sozialismus-Versuche die erwähnte Clique Extremreicher sich als Weltregierung
betätigt - ohne jegliches Mandat, überwiegend sogar anonym - und nur mit Hilfe
ihrer ungeheuren ökonomischen Möglichkeiten agierend. Sie hat das rabiate
kapitalistische Eingreifen in die Ressourcen des Planeten ad ultimum
gesteigert. Weltweit werden Wälder und Urwälder gerodet, täglich sterben 150
Tier- und Pflanzenarten aus, in den Ozeanen schwimmen Inseln aus Plastikmüll in
Erdteilgröße.
So weit ich sehe, gibt es niemanden, der diese und viele weitere
Umweltschädigungen gut heißt oder bezweifelt, dass der Mensch für sie
verantwortlich ist.
Anders verhält es sich beim gasförmigen Müll, von dem wir jährlich etwa 50 Mrd.
Tonnen in die Atmosphäre einbringen. Der überwiegende Anteil davon hat die
Eigenschaft, die Rückstrahlung der Sonnenwärme in den Weltraum zu reduzieren,
so dass die Temperatur auf der Erde steigt. Angesichts schmelzender Eismassen
und weiterer eklatanter Auswirkungen wird der Temperaturanstieg kaum noch
geleugnet. Manche negieren aber, dass menschliche Aktivitäten hierfür ursächlich
seien. Es habe in der Erdgeschichte schon immer Klimaänderungen gegeben, auch
die jetzige habe nichts mit dem Menschen zu tun.
Frühere Klimaänderungen hatten sich allerdings niemals, auch nicht annähernd,
so schnell vollzogen wie die jetzige. Außerdem sollte folgende Frage
beantwortet werden: In früheren Erdzeitaltern enthielt die Atmosphäre
bekanntlich weit mehr Kohlendioxyd als heute. Durch Photosynthese wurde der
Luft Kohlenstoff entzogen und als Biomasse verfestigt. Diese geriet im Verlauf vieler
Millionen Jahre in den tiefen Untergrund, wo sie als Kohle, Öl und Gas
gespeichert wurde. Die so erfolgte Reduzierung des CO2-Gehaltes der Luft war
Voraussetzung für die Höherentwicklung des Lebens. Diese fossilen Stoffe, die
in erdgeschichtlichen Zeiträumen entstanden sind, verbrennen wir nun innerhalb
von 200 Jahren und bringen den in ihnen enthaltenen Kohlenstoff in Form von CO2
wieder in die Atmosphäre. Und das soll keine Auswirkungen haben?
Diese Frage wird - wie von vielen Kritikern der Corona-Maßnahmen - auch von
E.E. nicht gestellt, geschweige denn beantwortet. Stattdessen wird eine
Analogie gebildet: Die ganze Corona-Sache sei ein Fake, zumindest aber total
übertrieben und genauso der Klimawandel. So wie die Corona-Maßnahmen keinem
anderen Zweck dienen, als die Menschen zu ängstigen und einzuschüchtern, würde
auch der Klimawandel aufgebauscht, um Panik zu verbreiten, damit die Menschen
sich alle möglichen Freiheiten nehmen und ihr Leben ärmer machen lassen.
Bezug zwischen Corona-Maßnahmen und Klimawandel, Bedeutung der Energiewende
Noch eine weitere Frage wird nicht gestellt: Welche Motive stecken
eigentlich hinter all den Einschränkungen? Haben einige Machthaber einfach eine
Attacke von Wahnsinn („Caesarenwahn") erlitten oder verfolgen sie ein aus ihrer
Sicht sinnvolles Ziel?
Ich vermute das Letztere. Meines Erachtens besteht folgender Bezug zwischen
Klimawandel und den Corona-Maßnahmen: Der fossilen Energiewirtschaft ist schon
lange klar, dass durch die Verbrennung ihrer Produkte der CO2-Gehalt der
Atmosphäre steigt und eine Klimaerwärmung bewirkt. Exxon Mobile engagierte in
den 1970er Jahren eine ganze Riege von Wissenschaftlern, die die Öffentlichkeit
mit Gegendarstellungen beliefern sollten, um einen Geschäftseinbruch zu
vermeiden.
Ab einem bestimmten Punkt ließ sich die schlichte Leugnung der Erwärmung aber
nicht mehr aufrecht erhalten. So sattelte man um: Ja, den Klimawandel gibt es,
ja, er ist menschengemacht durch zu viel emittiertes CO2, und ja, er ist
gefährlich. Wir haben aber ein Gegenmittel: wir filtern das CO2 aus den Abgasen
der Kraftwerke heraus und verpressen es in ausgeförderte Öl- und Gasfelder tief
unter die Erde (Carbon Capture and Storage, CCS). So wird es von der Atmosphäre
ferngehalten und kann kein Unheil anrichten.
Hierfür wurde und wird immer noch weltweit Propaganda gemacht. Trotzdem gelang
es einigen Bürgerinitiativen, die Unstimmigkeit und Unsinnigkeit dieser Idee
herauszuarbeiten und zu verbreiten, so dass das CCS bislang über einige
Experimente nicht hinaus kommen konnte.
Die Energiekonzerne wollen unter allen Umständen verhindern, dass die
emissionsfreien erneuerbaren Energien zum Zug kommen und ihnen das Geschäft
wegnehmen. Selbst in die Energiewende groß einzusteigen, ist für sie keine
Option, da die Erneuerbaren - und insbesondere die Photovoltaik - ihrem ganzen
Wesen nach kleinteilig und dezentral sind. Das ist ein Terrain für Bürger und
Mittelstand, nicht für monolithische Konzerne und Oligarchen.
Und es gibt noch einen anderen, sogar schwerer wiegenden Grund: Mit Hilfe der
Photovoltaik können Menschen - allemal solche, die ein Dach ihr Eigen nennen -
sich ohne Weiteres stromautark machen. Dadurch werden sie nicht nur unabhängig
von Energielieferanten, sondern gelangen ganz allgemein zu einem höheren Selbstvertrauen.
Dies aber erschwert Herrschern jedweder Couleur das Geschäft und ist von diesen
daher hochgradig unerwünscht.
E.E. sieht das nicht: „Wirksame
Maßnahmen gegen den Klimawandel einzuleiten wird dementsprechend als drängende
Aufgabe an den Staat adressiert." Das stimmt gerade nicht! Die Nutzung der sich selbst
erneuernden, bzw. unendlich zur Verfügung stehenden Energien kommt von unten
aus der Bevölkerung. Schon vor dem 1. Weltkrieg begannen Bauern an der gesamten
europäischen Nordseeküste, sich mit Windstrom unabhängig zu machen. Zumindest
so lang, bis sie 1935/36 in Deutschland von den Nazis gezwungen wurden, ihre
Windräder still zu legen. Sie mussten sich dem von der Hitler-Regierung
verfügten Anschlusszwang beugen und sich dem von den Stromkonzernen
organisierten Verbundnetz anschließen. Auch den von Deutschland besetzten
Ländern wurde dieses zentralistische Stromsystem aufgezwungen. Weiter
entwickelt und als europäisches Verbundnetz bezeichnet, existiert es bis heute.
Auch die Photovoltaik hat sich von den unteren Stockwerken der Gesellschaft her
verbreitet. Der bereits im 19. Jahrhundert entdeckte photovoltaische Effekt
wurde zwar für die Weltraumtechnik optimiert, fand alsbald aber auch Anwendung
für kleine Lösungen auf der Erde. Der hohe Preis verhinderte zunächst eine
weite Verbreitung. Diese Hürde wurde durch das im Jahr 2000 in Kraft getretene
Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) weggeräumt: Zwar war das EEG ein Gesetz des
deutschen Staates, aber es organisierte die staatlich garantierte Einspeisevergütungen
als gesellschaftlichen Prozess. Nicht aus dem Staatshaushalt, sondern von allen
Stromkunden wurden die Einspeisevergütungen bezahlt. Sie waren es, die eine
Massenproduktion anstießen, deren „Lernkurve" in Form von Kostenreduktion bei
gleichzeitigem Anstieg von Wirkungsgrad und Qualität dazu führte, dass heute in
Deutschland ca. 2 Millionen Menschen aus Sonnenenergie elektrischen Strom
erzeugen.
Letztlich also doch „der Staat" als der gute große Bruder? Nun, das EEG war auf
höchst ungewöhnliche Art in die Welt gekommen. Die damalige rot-grüne Regierung
unter Kanzler Schröder war strikt dagegen. Eine Gruppe von Parlamentariern um
Hermann Scheer und Dietmar Schütz (SPD) sowie Michele Hustedt und Hans-Josef
Fell (Bündnis 90/Die Grünen) formulierte daher die gerade mal 12 Paragrafen
selbst und organisierte die erforderliche Mehrheit. Es handelte sich um den
höchst seltenen Fall eines „Parlamentsgesetzes", war ein rebellischer Akt, ein
Husarenstück und für das System ein Unglück.
Die weitere Geschichte des EEG ist denn auch eine Geschichte der zunehmenden
Deformierung des Produktes jener Sternstunde. Von den anfänglich 6 wurde es bis
2021 auf 154 Seiten aufgebläht, gefüllt mit einem von Novellierung zu
Novellierung weiter wuchernden Bürokratiegestrüpp, ausschließlich mit dem
Zweck, Bürgern und den bis 2016 entstandenen mehr als 1.700
Bürger-Energiegesellschaften die Arbeit zu vergällen und sie vom Zubau
erneuerbarer Erzeugungsanlagen abzuschrecken. Den Ausbau der Erneuerbaren so
weit zu verhindern, wie politisch durchsetzbar, um den konventionellen
Konzernen die Geschäfte so lang wie möglich zu erhalten, darin sieht der Staat
spätestens seit 2010 seine vordringliche energiepolitische Aufgabe.
Trotz aller Behinderungen ist es den hoch motivierten Akteuren der Energiewende
gelungen, dass inzwischen mehr als die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren
Quellen stammt. Somit kommt jetzt die 100%-Marke ins Blickfeld. Die 100% sind
aber verbunden mit der Ablösung des bisherigen zentralistischen
Versorgungssystems durch eine Struktur aus lokalen oder regionalen, in sich
autarken, Energiezellen, die lediglich für zusätzliche Sicherheit und
zusätzlichen Austausch auch miteinander vernetzt sind. Dies wiederum hätte
erhebliche Änderungen der politischen Strukturen zur Folge. Lokale oder
regionale Grundeinheiten erhielten einen neuartigen Zuwachs an Eigenständigkeit
und Bedeutung.
Das Gros unserer Bevölkerung ist noch weit davon entfernt, diese Perspektive zu
erkennen. Anders die Köpfe der informellen Weltregierung! Diesen brennt der
Klimawandel unter den Nägeln, denn sie haben keine überzeugende Lösung. Sie
sehen, dass die fossilen Energien auf dem absteigenden Ast sind, und die
Erneuerbaren sind nicht ihre Domäne. Bill Gates will eine neue Generation
„kleiner Atomkraftwerke", den Small Nuclear Reactors (SMR), an den Mann bringen
und per Geoengineering die Sonneneinstrahlung vermindern. Doch so richtig
zugkräftig ist das alles nicht, zumal die Erneuerbaren mittlerweile die
preisgünstigste Erzeugungsmethode darstellen.
Neue Anlagesphären sind daher gefragt. Dafür bietet sich die Medizin-Industrie
an. Sie kann sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Regelmäßige Tests
und Impfungen der ganzen Menschheit versprechen märchenhafte Profite.
Gleichzeitig wird die Bevölkerung in Angst und Abhängigkeit und somit leicht
regierbar gehalten. Letztlich ist es die Todesangst, die durch die
Corona-Kampagne mobilisiert wird und es ermöglicht, dass die Menschen alles mit
sich machen lassen, was der Staat ihnen -
im Interesse des Finanzsystems und von Big Pharma - als angeblich schützende Maßnahmen
vorschreibt. Deren wirkliches Motiv ist allerdings ein politisches: die
Menschen sollen in die Vereinzelung getrieben werden. Die Erfahrung „gemeinsam
sind wir stark" soll ausgelöscht und durch „Gemeinsamkeit macht krank" ersetzt
werden. So soll sich Verunsicherung verbreiten, um Kraft und Selbstvertrauen,
das durch kollektive Energie-Eigenversorgung wachsen würde, im Keim zu
ersticken. Der Entstehung einer neuartigen, auf dezentralen Einheiten
beruhenden Gesellschaftsstruktur, soll auf jeden Fall der Riegel vorgeschoben
werden.
Dass E.E. schreibt „an die
Kraft des Marktes glaubt in der Klimabewegung niemand", belegt nur, dass
er diese Bewegung denn doch nicht gründlich kennt. Abgesehen von dem
Anfangsanschub, zu dem der Staat durch ein geschicktes Manöver vorausschauender
Kräfte übertölpelt wurde, hat der Staat der Energiewende nur Knüppel zwischen
die Beine geworfen und gerade den freien Wettbewerb zwischen der alten Energie
und den Erneuerbaren durch ein entsprechendes „Strommarktdesign" zu Ungunsten
der Letzteren verzerrt.
Der Staat sollte sich einfach zurückziehen, uns „aus der Sonne gehen". Wenn man
einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine kauft, geht das den Staat nichts an.
Genauso sollte sich jeder Mensch Solarmodule kaufen und Strom erzeugen können.
Das aber kostet den bisherigen Stromversorgern Umsatz, und das möchte der Staat
unterbinden oder zumindest erschweren. Es ist nicht die Klimabewegung, die
gegen die Freiheit und die Kraft des Marktes agiert, sondern der Staat, der die
Marktfreiheit verzerrt, um den Profiten des großen Kapitals freie Fahrt zu
gewährleisten.
Wenn wir die Erneuerbaren Energien nicht rechtzeitig in unsere Hand nehmen und
autonom nutzen, kann in der Tat eintreten,
dass „der Corona-Lockdown die
Blaupause für den von vielen erhofften Klima-Lockdown." (E.E.) wird. Das
gerade ergangene Urteil des Bundesverfassungsgerichtes für mehr Klimaschutz
enthält Aussagen, die in eine solche Richtung deuten. Die Bevölkerung wird im
Urteil gerade nicht als Akteurin des Klimaschutzes gesehen, indem sie die
Erneuerbaren Energien autonom ausbaut und anwendet, sondern als Opfer staatlich
verhängter Einschränkungen.
Wir können derartige Absichten durchkreuzen, indem wir die Corona-Maßnahmen
dahingehend nutzen, dass wir die in uns liegenden Ängste, auf denen die
Wirksamkeit der Maßnahmen fußt, uns bewusst machen und dadurch auflösen. Eine derartige
Lockdown-Nutzung wäre die Blaupause für eine von emanzipierten Individuen
gestaltete Zukunft.
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