- GEWERKSCHAFTEN
Demonstration der Verdraengung
Die Demo des Buendnisses #unteilbar wagte es nicht, die suspendierten Grundrechte einzufordern
Klaus Oberzig
 | | Bild: scienzz
| | |
Aus der
angekündigten Großdemonstration des Bündnisses #unteilbar wurde ein merkwürdig
politisch-karnevalesker Straßenumzug unterschiedlicher Gewerkschafts- und
Parteienvertreter wie Gruppierungen, die mit Masken verhüllt, durch Berlins
Mitte liefen. Nach Angaben der Veranstalter sollen es 30.000 gewesen sein. Mitglieder
im Bündnis #unteilbar sind SPD, Die Linke und Bündnis 90/die Grünen, vor allem
viele Menschen aus dem Umkreis der Gewerkschaft Verdi, wie auch aus Initiativen
und Projekten, die alle mehr oder weniger Anhänger einer rot-rot-grünen
Regierungskoalition sind. *) Eine solche Koalition bildet gegenwärtig den
Berliner Senat und muss sich auch am 26 September zur Wahl stellen, zugleich
mit der Bundestagswahl.
Vor allem die Gewerkschaft Verdi hatte bundesweit unter der Losung "wir
lassen uns nicht spalten" mobilisiert. Es sollte gewerkschaftliche
Solidarität demonstriert werden, "um die soziale Spaltung der Gesellschaft
und die Verschärfung der Klimakrise zu stoppen". Wer die Gesellschaft
spaltet und wer verantwortlich für die Klimakrise sei, konnte jede Gruppe
selbst interpretieren und mit eigenen Lautsprecherwagen verkünden. Denn die
Demonstration war nicht als einheitlicher Zug aufgebaut. Sie bestand aus mehr
als einem halben Dutzend unabhängiger und räumlich getrennter Blöcke mit
inhaltlich unabhängigen Kundgebungen.
Diese Aneinanderreihung aus unabhängigen Zügen und Kundgebungen stellten nur
scheinbar eine einheitliche Demonstration da. Tatsächlich war sie ein
taktischer Trick, der eine große Einheit suggerieren sollte, die aber gar nicht
vorhanden war. Denn stellenweise wurden sogar sich widersprechende Aussagen
verkündet, aber das konnte man im nächsten Block schon nicht mehr wahrnehmen.
Entgegen der verkündeten Parole, sich nicht spalten lassen zu wollen, ist die
deutsche Gesellschaft durch die Pandemiepolitik der Bundesregierung und deren
quasi diktatorisches Vorgehen und die Suspendierung der Grund- und
Menschenrechte der Verfassung tief gespalten.
Dass die Gewerkschaften, nicht nur Verdi, diesen Regierungskurs nicht
kritisieren, sondern decken, wurde nicht ausgesprochen. Das dürfte wohl
Teilnahmevoraussetzung gewesen sein. Statt einer realistischen und scharfen Regierungskritik
verkündete Verdi, man lasse nicht zu, "dass soziale Gerechtigkeit,
Menschenrechte und Klimaschütz gegeneinander ausgespielt werden". So war
es gerade Ausdruck einer fehlenden Einheit, wenn von einer Vielzahl
unterschiedlicher Sprecher an unterschiedlichen Standorten des künstlich in die
Länge gezogenen Umzugs unterschiedliche Themen angesprochen und priorisiert wurden.
Das reichte von sozialen und gewerkschaftlichen Forderungen bis hin zu
Menschenrechtsthemen im Ausland - wohlgemerkt nicht in Deutschland. Da kam
Afghanistan ebenso vor wie die Forderung nach einer "echten
Friedenspolitik", Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen, gegen Drogen
und für Frauenrechte, Renten statt Raketen und so weiter und so fort. Es war
scheinbar für jeden etwas dabei in diesem Sammelsurium, außer den realen
Gründen der gegenwärtigen Krise. Es wurde verschwiegen, dass die
Wirtschaftskrise als Corona Krise getarnt wird, dass die Coronapandemie als
Inszenierung aus der Werkzeugkiste des Weltwirtschaftsforums (WEF) stammt, dem
sich auch die Koalitionsparteien unterworfen haben.
Kein Wort zu den Gefahren der Impfungen, kein Widerstand gegen eine drohende
Impfpflicht, welche die Gesellschaft noch tiefer Spalten, ja zerstören würde.
Und kein Wort zu Impfungen von Kindern und deren Leiden. Stattdessen waren alle
Demonstrationsteilnehmer einig, dass die Menschenrechte woanders, im Ausland,
verletzt würden und dass dies empörend seid. Der gemeinsame Gegner, gegen den
Mann zusammen stehen müsse, sei die AFD und die Covidioten, die man
stellenweise auch als Rechte und Faschisten beschimpfte.
Es war eine eigentümliche Stimmung in dieser Demonstration "neuen
Typs". Dass die Stimmung teilweise eher gedämpft bis gedrückt war, wurde
durch die vielen Lautsprecher und vor allem viel laute Musik überdeckt. Es war
stellenweise ein akustisches Durcheinander. Die fehlende Lebendigkeit fiel
Beobachtern meist erst auf den zweiten Blick auf. Dann aber vermittelt sie das
Bild einer gelenkten Demonstration, und der eine kollektive Verdrängung, aber
keine kämpferische Zuversicht.
Auch die Polizei war anwesend, gering an der Zahl und weniger martialisch als
die Woche zuvor. Aber sie war zumindest so stark präsent, um nicht vergessen zu
lassen dass es mit der Freiheit nicht mehr so wie vor Corona ist. Deshalb war
es auch nicht erstaunlich, dass sich der Zug von seinem Ende her schnell
auflöste. Viele Teilnehmer strebten nach Hause. Verständlich.
Mehr im Internet:
|