CO2-Gesetz faellt bei Volksabstimmung durch
kso
In der Schweiz ist das CO2-Gesetz bei einer Volksabstimmung durchgefallen -
vor allem in ländlichen Regionen. Nach Angaben des Schweizer Rundfunk (SRF) haben
51,6 Prozent der Bürger gegen das Vorhaben gestimmt. Für die CO2-Abgaben hatte sich ein
breites Bündnis von Parteien und Umweltverbänden stark. Sie bauten die
Drohkulisse auf, dass die Schweiz ohne CO2-Abgaben ihre internationalen
Klima-Verpflichtungen nicht erfüllen könne.
Es sei ein Rückschritt für den Klimaschutz, klagten etwa die Schweizer Grünen.
Jetzt werde es viel schwieriger, die Werte des Pariser Klimaabkommens umzusetzen.
Sie hielten den Gesetzesentwurf für „nicht überfrachtet" und für „wirtschaftsfreundlich".
Es sollte dabei helfen, die jährlichen CO2-Emissionen zu reduzieren - bis zum
Jahr 2030 auf die Hälfte des Ausstoßes von 1990. Vorgesehen war eine neue
Klima-Abgabe etwa auf Flugtickets: Je nach Strecke bis zu umgerechnet rund 110
Euro. Auch Benzin und Diesel wären teurer geworden, ebenso Heizöl.
Die Ablehnung des Gesetzes wurde von der nationalkonservativen Schweizerischen
Volkspartei unterstützt. Sie hielt das Gesetz für missraten, teuer und nutzlos.
Es hätte die Wirtschaft zusätzlich zur den Pandemiemassnahmen
belastet. Die Bevölkerung habe "Nein zu einer
Bevormundungspolitik" mit neuen Steuern und neuen Abgaben gesagt, erklärte
der SVP-Abgeordnete Mike Egger.
Die Schweiz, deren Bergregionen stark von der Klimakrise betroffen sind, hat
ihren Treibhausgas-Ausstoß bis 2019 nur um 14 Prozent reduziert. Damit scheint sie
weit entfernt vom proklamierten Ziel einer Halbierung bis 2030. Es könne aber
nicht als Nein zum Klimaschutz gewertet werden, so Umweltministerin Simonetta
Sommaruga. Die Debatten im Vorfeld der Volksabstimmung hätten gezeigt, dass
viele Menschen den Klimaschutz wollten, aber nicht mit diesem Gesetz.
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