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25.06.2009 - ASTRONOMIE

Wasser auf Enceladus

(kso) Seit 2004 ist die 1997 gestartete Raumsonde Cassini im Saturnsystem unterwegs, um den "Herrn der Ringe" und dessen Monde zu studieren. Nach der spektakulären Landung der Sonde Huygens auf dem Saturnmond Titan 2005 steht nun ein anderer Mond im Mittelpunkt des Interesses: Enceladus. Bei Vorbeiflügen der Raumsonde zeigte sich, dass dieser überraschend geologisch aktiv ist und Fontänen aus Wasserdampf und Eispartikeln ins All schleudert, die aus Oberflächenrissen am Südpol austreten. Mit einem von Heidelberger Wissenschaftlern entwickelten Staubdetektor, den die Cassini-Sonde mit sich führt, konnte nun nachgewiesen werden, dass viele Eispartikel der Auswurffontänen bestimmte Natriumsalze enthalten.

Laut einer "Nature"-Studie, die heute veröffentlicht wurde, ist es demnach wahrscheinlich, dass unter der Oberfläche des Mondes ein riesiger Ozean existiert. "Unsere Beobachtung zeigt, dass es unter dem Eispanzer flüssiges Wasser gibt", erklärt Dr. Frank Postberg. "Die Eispartikel sind quasi schockgefrostete Salzwassertröpfchen. Wasserdampf und andere Gase steigen von der Oberfläche des Wasserreservoirs auf und reißen die Eispartikel mit, ehe sie schließlich mit hoher Geschwindigkeit durch Risse in der Eiskruste ins All geschleudert werden", führt der Heidelberger Physiker weiter aus. "Und da die Salze aus dem Gesteinskern des Mondes ausgewaschen worden sein müssen", sei es wahrscheinlich, dass dort unten noch heute ein riesiger Ozean existiert.

Postberg gehört dem Heidelberger Cassini-Team seit seiner Doktorarbeit an. Mit beteiligt an den Auswertungen der Messergebnisse von Cassini waren auch Forscher aus Leipzig, Göttingen und Potsdam. Ihre Arbeit bestätigten eindrucksvoll die schon lange gehegte aber bisher nie bewiesene Vermutung eines unterirdischen Ozeans unter der Oberfläche des kleinen Saturn-Mondes. Genau die Natriumverbindungen, die die Raumsonde gemessen hatte, fanden sie auch in eigens durchgeführten Experimenten. "Die Eisbrocken im Saturn-Ring mit viel Natrium müssen aus dem flüssigen Ozean stammen", bestätigt auch Prof. Bernd Abel von der Universität Leipzig. Die natriumarmen Brocken entstehen aus dem Wasserdampf, der sich über dem Ozean aufhält. "Damit wäre Enceladus in unserem Sonnensystem "einer der wenigen Kandidaten für die Entstehung von primitiven Lebensformen", so Postberg.


Mehr im Internet:
Dr. Frank Postberg, Institut für Geowissenschaften, Uni Heidelberg
Enceladus 
Cassini-Huygens  


Dossier: Die Cassini-Mission - Unterwegs in den Ringen des Saturn


 

 

 

 

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