|
- CORONA
Ein Jahr Ausnahmezustand vom Ergebnis her betrachtet
Trotz Durchimpfung gelten in Altenheimen noch Masken- und Testpflicht fuer Angehoerige und Personal
Nathalie Parent
 | | | | |
Liebe Leser und Leserinnen, wenn heute vor einem Jahr jemand gemutmaßt hätte, dass Kontakte und
andere Selbstverständlichkeiten in der erlebten Weise begrenzt werden
würden, man hätte ihn einen Spinner genannt.
Wohl niemand von uns konnte sich im Anfang März 2020 vorstellen, dass
es in Deutschland so einfach möglich sein würde, ein Klima zu erzeugen,
in dem Gehorsamkeit und Unterwerfung den guten Staatsbürger
kennzeichnen, hingegen kritisches Hinterfragen als abwegig, ja
staatsfeindlich hingestellt wird.
Kritisches Hinterfragen zeichnet unseren Verein sowie meine
Person jedoch aus. Wo andere bemüht sind, als Rädchen im Getriebe des
Gesundheitssystems zu funktionieren, fordern wir einen Richtungswechsel.
Denn das jetzige System belohnt die, die den Kranken kränker und den
Pflegebedürftigen bedürftiger machen. Es setzt auf Massenabfertigung in
Heimen, anstatt dafür zu sorgen, dass niemand ins Heim muss, der das
nicht möchte.
Corona verstärkt bei einigen die menschliche Seite und bei anderen das Gegenteil.
Ich denke dabei vor allem an die Isolierung von Patienten/Bewohnern
in den Krankenhäusern und Heimen. An die Überheblichkeit von Ärzten und
Pflegekräften gegenüber besorgten Angehörigen, wenn diese sich
telefonisch nach dem Befinden erkundigen, weil Besuche nicht erlaubt
sind. Wie zum Beispiel an diesen Fall:
„Am Telefon kann ich Ihnen leider keine Auskunft geben. Rufen Sie
später an, dann ist vielleicht Dr.X zu sprechen. - Am nächsten Morgen
rieft tatsächlich dieser Dr. X an, um uns mitzuteilen, dass der Vater
verstorben sei. Bis heute werfen wir uns vor, ihn nicht nach Hause
geholt, sondern diesen herzlosen Menschen in der Klinik anvertraut zu
haben, die nur noch Corona sehen und sich Corona-Verordnungen
verpflichtet fühlen."
Wie die Verordnungen ausgelegt werden, liegt im Ermessen der
Leitungskräfte und zeigt deren Rollenverständnis. So konnte ich in der
eigenen Familie, kurz vor Weihnachten, das Gegenteil des oben
berichteten erleben.
Eine Tante (86, diverse Erkrankungen, pflegebedürftig, PG3) wurde
morgens von ihrer Tochter in bedrohlicher Lage gefunden und ins
Krankenhaus gebracht. Kaum war die Tochter wieder zu Hause, rief der
behandelnde Arzt sie an, um ihr mitzuteilen, dass sich der Zustand der
Mutter verschlechtert habe und sie wohl in den nächsten Stunden sterben
werde. Da ihre Patientenverfügung in aussichtslosem Falle eine weitere
Behandlung verbiete, werde man sie in ein Zimmer neben der
Intensivstation bringen, wo sich die Familie ungestört von ihr
verabschieden könne.
Tatsächlich schafften es alle fünf Kinder noch rechtzeitig bei der
Mutter zu sein, bevor sie den letzten Atemzug tat. Und sie wurden auch
danach nicht nach Hause geschickt, sondern durften sich die Zeit nehmen,
die sie in dieser Situation brauchten. Für die Ärzte und Pflegekräfte
der Abteilung dieses kleinen Krankenhauses (in der Eifel) war das
offenbar eine Selbstverständlichkeit.
Nahezu alles wofür ich mich in den fast 50 Jahren meiner
Pflegelaufbahn stark gemacht habe, verkehrt sich seit Corona geradezu
ins Gegenteil.
In allen Kliniken und Krankenhäusern sind die Türen für Besucher
verschlossen. Ausnahmen sind zwar erlaubt, setzen jedoch die Einsicht
und Empathie der jeweiligen Ärzte und Pflegekräfte voraus, wie die oben
genannten Beispiele zeigen. Der Kranke, ob Jung oder Alt, wird in der
„Gesundheitsfabrik" abgeliefert, wie ein Auto in der Werkstatt. Wenn
seine Operation geglückt und die seinem Fall beigemessene
Behandlungszeit abgelaufen ist, kann er wieder abgeholt werden. Für
Ärzte und Pflegekräfte hat das den Vorteil, dass sie ihr Programm
durchziehen können, ohne von besorgten Angehörigen gestört oder von
diesen kontrolliert zu werden. Alle Studien und Erkenntnisse, die den
gesundheitsförderlichen Einfluss der Unterstützung durch Angehörige
tausendfach belegen, werden ignoriert.
|
Bestatterin Verena Leibersberger, Februar 2021
|
Auch in einem Großteil der Heimen setzten die Corona-Verordnungen
nicht nur den gesunden Menschenverstand, sondern auch jede
Menschlichkeit außer Kraft. Obwohl die meisten Heimbewohner:innen
inzwischen durchgeimpft sind, traut offenbar niemand dieser Impfung über
den Weg. Nach wie vor gelten dort Maskenpflicht und Testpflicht für
Angehörige und Personal. Selbst für geimpftes Personal. Die Besuche sind
begrenzt und von Heim zu Heim verschieden.
Gerade vorhin wollte eine Angehörige wissen, ob sie es hinnehmen
müsse, dass das Heim ihrer Mutter aus organisatorischen Gründen zwei
besuchsfreie Tage vorsieht. Ihre halbseits gelähmte Mutter, die selbst
ihr Bett und Zimmer nicht verlassen kann, befinde sich seit März 2020 in
Quarantäne. 13 Wochen war sie vollständig isoliert, Telefonate auch
nicht möglich.
Und nun, nachdem alle geimpft sind und auf Lockerungen hofften, wurden die Maßnahmen wieder verstärkt.
Die meisten Tote im Zusammenhang mit Corona gab es in den Heimen (je
nach Region 50-80 Prozent). Nach den Impfungen häuften sich dort die
Ausbrüche und Todesfälle.
Mehr dazu im Beitrag: Impfexperiment:
Inzwischen liegen weitere Daten zur Sterblichkeit nach den Impfungen.
Nach einer hier veröffentlichten Recherche von Fallzahlen, die auf den
RKI Seiten zu finden sind (wenn man weiß wie), stieg die
Corona-Fallsterblichkeit nach den Impfungen in fast allen Landkreisen
dramatisch.
Und wo wir schon einmal beim Sterben sind, und damit bei der
Begründung für den seit einem Jahr von der Regierung und von den Medien
hochgehalten Ausnahmezustand, möchte ich einer Bestatterin das letzte
Wort in meinem Bericht geben. Diese Frau zeigt nicht nur ganz viel Herz,
sondern auch den Mut über die erlebte Herzlosigkeit der
Corona-Verordnungen zu sprechen.
In den ersten 7 Minuten dieses geht
es um die Frage der Überlastung von Krematorien und danach wird es
richtig emotional. Unbedingt sehenswert, bis zum Schluss.
All diese Erfahrungen lassen unsere Volksvertreter und die Regierung kalt.
Leider erfährt ein Großteil der Bevölkerung von diesen Bildern in den
Nachrichten und Zeitungen nichts. Sie hören und lesen immer nur von
neuen Infizierten und Intensivstationen, die sich auf die dritte Welle
einstellen - weshalb immer noch keine Entwarnung gegeben werden könne.
Ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Mitgefühl mit Menschen, die durch
staatliche Verfügungen geschädigt wurden, wollen sie die Pandemie in die
Länge ziehen, bis alle „geimpft" sind.
Wer mag, kann hier lesen, wie der Journalist Reitschuster die jüngsten Corona-Lockerungen sieht ().
Immerhin sinken jetzt die Zustimmungswerte in der Bevölkerung und damit
das einzige, was Parteien und Politiker umstimmen kann.
Die Kanzlerin verkündet, dass die Pandemie erst zu Ende ist, wenn
alle geimpft sind. Vermutlich jedoch wird sie dann zu Ende sein, wenn
die Regierung abgewählt wurde und alle die sich für das Durchimpfen
stark machen, ebenfalls.
Die Krise ist noch nicht vorbei. Wir sollten zusammenstehen
und uns nicht auseinanderdividieren lassen. Wir sollten Verständnis
haben für Menschen, die nicht unsere Meinung teilen. Denn
Meinungsfreiheit und Vielfalt sind die Säulen eines lebendigen,
friedlichen Miteinanders.
Im Vertrauen auf das Gute in jedem Menschen und auf Gott, verbleibe ich mit den besten Wünschen
Adelheid von Stösser
Pflegeethik Initiative
|
|