- KRISENGEWINNER
Jackpot fuer die Oligarchen
Die Corona-Show verbirgt einen gigantischen Raubzug
Svenja Higgins
 | | Bild: Tumisu auf Pixelbay
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Es hat kein Corona gebraucht, um eine soziale und wirtschaftliche
gespaltene Gesellschaft zu erzeugen. Ungleichheit lässt sich nicht
verhindern -- das schafft der ausgefeilteste Kommunismus nicht und erst
recht kein darwinistischer Kapitalismus. In einer sozialen Gesellschaft
ist es jedoch eine Kernaufgabe der Politik, die Ungleichheit in einem
akzeptablen Maß zu halten und wirtschaftlichen Verwerfungen durch eine
stete Umverteilung von reich nach arm zu limitieren.
Die Politik der vergangenen Jahrzehnte hat auf genau das Gegenteil
hingewirkt: Sei es die Erbschaftssteuer, das Gesundheitssystem oder die
nie eingeführten Abgaben auf Kapitaltransaktionen, profitiert haben die
besonders Wohlhabenden, während das Sozialsystem stetig ausgehöhlt
wurde.
Corona wirkt nun wie ein Vergrößerungsglas auf diese über lange Zeit
aufgebauten Missstände. Es potenziert die wirtschaftlichen Verwerfungen
und führt deutlich vor Augen, wohin uns eine Politik geführt hat, der
stets das Wohl der Wohlhabenden wichtiger war als eine gerechte
Verteilung.
In Deutschland sind es vor allem Menschen mit geringem Einkommen in
Kurzarbeit, die unter den Folgen der Lockdown leiden. Aber auch andere
Gruppen werden in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht, wie Teile des
Mittelstandes, des Einzelhandels und Kulturschaffende. So befürchtet
die Schuldnerberaterin Elisabeth Mankertz von der Caritas
"dass vor allem Gewerbetreibende aus dem Kleingewerbe und der
Gastronomie dann nicht mehr aus eigener Kraft über die Runden kommen.
Das gleiche gilt auch für Selbstständige oder Angestellte, die im Zuge
der Coronakrise teils erhebliche Gehaltseinbußen hinnehmen mussten." [1]
In jedem Falle werden große Teile der Bevölkerung sowohl durch die
Lockdown-Politik als auch durch die zur Bewältigung der Krise zu
erwartenden Abgabenerhöhungen, finanziell verlieren. Die Süddeutsche
Zeitung berichtet über ein Ansteigen sowohl der Armut als auch des
Armutsrisikos [2].
Schaut man auf die Situation in den wirklich armen Ländern, so
scheint diese Beurteilung der Situation in Deutschland als ein Jammern
auf sehr hohem Nivea: andernorts verhungern die Menschen einfach
aufgrund von Lockdown, Arbeitslosigkeit oder zusammenbrechenden
Hilfssysteme. Oxfam wies schon im Juli 2020 darauf hin, dass mehr
Menschen verhungern könnten als am Virus selbst sterben [3].
Für die reichsten Menschen hingegen ist das Corona-Jahr 2020 eher mit
einem Lotto-Jackpot zu vergleichen, wobei dieser Vergleich in einem
Punkt hinkt: es gab noch nie einen auch nur annähernd so reich gefüllten
Jackpot.
Genauso schnell wie sich die Corona-Hysterie ausbreitet, scheint sich
die Geldmenge bei wenigen zu konzentrieren. Allein in Deutschland
konnten die Milliardäre ihren Besitz um 16% von 500 auf knapp 600 Mrd.
Euro steigern [5]. Das Vermögen von Jeff Bezos (Amazon) stieg um 65% und
von Elon Musk (Tesla) um sensationelle 524% (hier liegt kein
Schreibfehler vor). Mark Zuckerberg (Facebook) konnte sein Vermögen um
89% steigern, während Bill Gates einen Zuwachs von lediglich 23%
erzielte [6,8,9]. Allerdings stehen die Gewinne aus den Impfungen noch
aus. Auf die Nennung der absoluten Zahlen ihrer Vermögen sei hier
verzichtet, da solche Summen ohnehin jede Vorstellungskraft sprengen.
Die Forderung einer "einmalig breiten Allianz" nach einer Anhebung
der Regelsätze auf "mindestens 600 Euro und weitere Corona-Soforthilfen
für arme Menschen" ist zwar berechtigt, erscheint aber angesichts dieser
extrem ungleichen Verteilung der finanziellen und damit auch
politischen Ressourcen gleichzeitig so lächerlich wie der Versuch einen
Fluss mit Taschentüchern trocken zu legen. Um hier Land zu sehen,
braucht es wesentlich tiefere Reformen und einen Blick auch über die
deutschen Grenzen hinweg.
Im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums, eines Treffens der Giganten
dieses verklebten Systems aus Wirtschaftsmagnaten, Oligarchen und
Politik, hat Oxfam nun einen Bericht über das sich verschärfende Problem
der Ungleichheit veröffentlicht: "The Inequality Virus". Darin setzen
sie tiefer an und fordern eine bessere Umverteilung, eine
"Demokratisierung der Wirtschaft" und gemeinwohlorientierte Unternehmen.
Arbeiten wir also daran, dass solche Ziele uns in eine gerechtere
Welt führen, im Vertrauen darauf, dass sie ernst gemeint sind und Oxfam
nicht nur die Trompeten bläst, die die verschwurbelte Idee des "Great
Reset" eben jener Oligarchen einleiten soll.
Mehr im Internet: [1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9]
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